Fasssauna aus Eichenholz — Das Premium-Holz für Generationen
Eiche ist der König unter den europäischen Hölzern — und das aus gutem Grund. Wer eine Fasssauna aus Eichenholz wählt, investiert in ein Material, das Jahrhunderte überdauern kann. Eichenfachwerk steht seit 500 Jahren, Eichenweinfässer reifen die besten Weine der Welt — und eine Eichenholz-Fasssauna wird dich und deine Kinder überdauern.
Aber: Premium hat seinen Preis. Und nicht jeder braucht die Extraklasse. In diesem Guide erfährst du, für wen Eichenholz wirklich Sinn macht — und wann günstigere Alternativen die bessere Wahl sind.
Eichenholz im Profil — Technische Daten
Eichenholz (Quercus robur / Quercus petraea) gehört zur Dauerhaftigkeitsklasse 2 nach EN 350 — das bedeutet: Es widersteht Pilzbefall und Witterung ohne chemischen Holzschutz für 15-25 Jahre im Erdkontakt und deutlich länger ohne Bodenkontakt (wie bei einer Fasssauna auf Untergestell).[1]
Was macht Eiche besonders?
- Gerbsäure (Tannine): Natürlicher Schutzstoff gegen Pilze, Insekten und Fäulnis. Macht das Holz von Natur aus resistent — kein Imprägnieren nötig.
- Dichte Faserstruktur: Mit 670 kg/m³ ist Eiche fast doppelt so schwer wie Fichte (430 kg/m³). Das bedeutet: Extrem formstabil, kaum Verziehen, hohe mechanische Belastbarkeit.
- Markante Optik: Warme honigbraune bis goldbraune Farbe, markante Maserung, wird mit dem Alter noch schöner (silbergraue Patina oder dunkle Honigfarbe je nach Behandlung).
- Geruch: Dezent würzig-holzig, angenehm in der Sauna. Nicht so intensiv wie Zedernholz, aber charakteristisch.
Vorteile und Nachteile ehrlich bewertet
✅ Vorteile
- Extreme Haltbarkeit — 25-40+ Jahre ohne chemischen Schutz
- Natürliche Resistenz gegen Pilze, Insekten, Fäulnis
- Formstabilität — minimales Quellen und Schwinden
- Werterhalt — Eichen-Fasssauna steigert den Immobilienwert
- Optik — edle Maserung, wird mit dem Alter schöner
- Kein Imprägnieren nötig (Tannine schützen natürlich)
- Nachhaltigkeit — europäische Herkunft, kurze Transportwege
❌ Nachteile
- Hoher Preis — 40-80% teurer als Fichte/Kiefer
- Hohes Gewicht — Fasssauna wiegt 30-50% mehr (Transport, Fundament)
- Gerbsäure-Verfärbungen — dunkle Flecken bei Kontakt mit Eisen/Wasser
- Splitterneigung — raue Oberfläche wenn nicht gut geschliffen
- Schwerer zu bearbeiten — härter = aufwändiger beim Zusammenbau
- Aufheizzeit — dichteres Holz speichert mehr Wärme = braucht länger zum Aufheizen
- Wenige Hersteller — nicht jeder bietet Eiche als Option
Eiche im Vergleich mit anderen Holzarten
Das Bild ist klar: Eiche liegt bei Haltbarkeit und Qualität an der Spitze, bei Preis und Gewicht aber auch. Thermoholz bietet den besten Kompromiss zwischen Haltbarkeit und Preis — und ist deshalb für die meisten Käufer die pragmatischere Wahl.
Thermoeiche — Das Beste aus beiden Welten?
Thermoeiche ist Eichenholz, das thermisch behandelt wurde (190-215°C unter Sauerstoffausschluss). Der Prozess verbessert die ohnehin guten Eigenschaften der Eiche noch weiter:
- Dauerhaftigkeit: Von Klasse 2 auf Klasse 1 — die höchste Stufe
- Formstabilität: Noch weniger Quellen und Schwinden als naturbelassene Eiche
- Gewicht: Leicht reduziert (ca. 10-15% weniger als Natur-Eiche)
- Farbe: Tiefes Dunkelbraun bis Schokolade — sehr edel
- Gerbsäure: Reduziert durch die Hitzebehandlung — weniger Verfärbungsprobleme
Nachteil: Thermoeiche ist spröder als naturbelassene Eiche. Die Hitzebehandlung macht das Holz härter, aber auch weniger elastisch. Bei Schlagbelastung (z.B. Stolpern gegen die Bank) kann es eher splittern. In der Praxis bei einer Fasssauna aber selten ein Problem.
Pflege einer Eichenholz-Fasssauna
Die gute Nachricht: Eiche ist eines der pflegeleichtesten Hölzer für Fasssaunen. Trotzdem gibt es ein paar Punkte zu beachten.
Außenpflege
- Naturbelassen möglich: Eiche muss nicht gestrichen oder geölt werden. Ohne Behandlung entwickelt sie eine silbergraue Patina — wie bei alten Eichenfachwerkhäusern. Optisch Geschmackssache, aber der Schutz bleibt.
- Geölt/gewachst: Wer die honigbraune Farbe erhalten will: 1-2× pro Jahr mit Saunaöl oder Holzwachs behandeln. Leinöl (natur, nicht gekocht) ist die traditionelle Wahl.
- Keine Lasur/Lack: Eiche enthält Gerbsäure, die mit vielen Anstrichen reagiert. Wenn überhaupt, nur speziell für Eiche geeignete Produkte verwenden.
Innenpflege
- Bänke: Alle 6-12 Monate mit feinem Schleifpapier (220er Körnung) abschleifen und optional mit Saunaöl (Paraffin-Basis) behandeln
- Boden: Nach jeder Nutzung gut trocknen lassen (Tür auf, 30 Min. nachlüften)
- Keine Bleichmittel: Chlor und aggressive Reiniger zerstören die natürliche Gerbsäure-Schutzschicht
Gerbsäure-Verfärbungen entfernen
Wenn trotz Edelstahl-Beschlägen dunkle Flecken auftreten (z.B. durch Metallgegenstände, die auf dem Holz lagen):
- Oxalsäure-Lösung (5-10%, aus der Drogerie) auf den Fleck auftragen
- 15-30 Minuten einwirken lassen
- Gründlich mit Wasser abspülen
- Bei hartnäckigen Flecken: Leicht anschleifen + Oxalsäure wiederholen
Hersteller, die Eichenholz-Fasssaunen anbieten
Nicht jeder Fasssauna-Hersteller hat Eiche im Programm — es ist ein Nischenangebot. Hier die wichtigsten:
🇪🇪 Estnische Hersteller
Estland ist das Zentrum der europäischen Fasssauna-Produktion. Mehrere Hersteller (z.B. Kerti, Bain Nordique) bieten Eiche als Sonderanfertigung an. Preise: Direkt ab Werk 20-30% günstiger als über deutsche Händler. Lieferzeit: 4-8 Wochen.
🇩🇪 Deutsche Hersteller
FinnTherm und einige regionale Schreiner bieten Eiche als Option. Höherer Preis, aber kürzere Lieferwege und persönliche Beratung. Ideal für individuelle Sondermaße.
🔨 Eigenbau / Bausatz
Eichenholz als Staves (Dauben) für den Eigenbau ist über Holzhandel erhältlich. Deutlich günstiger, aber: Eiche ist hart und schwer zu bearbeiten. Nur für erfahrene Handwerker.
Kosten & Preisvergleich
Preise: Fertig montierte Fasssauna ohne Ofen. Bausätze sind 20-40% günstiger. Preise Stand 2026, ohne Lieferung.
Kosten pro Jahr — die wahre Rechnung
Bei der Kostenbewertung solltest du die Lebensdauer einrechnen:
- Fichte (12 Jahre Lebensdauer): 3.500€ ÷ 12 = 292€/Jahr
- Thermoholz (25 Jahre): 5.000€ ÷ 25 = 200€/Jahr
- Eiche (35 Jahre): 6.500€ ÷ 35 = 186€/Jahr
Für wen lohnt sich Eichenholz?
🎯 Eiche ist richtig für dich, wenn…
- Du eine langfristige Investition suchst (eigenes Haus, kein Umzug geplant)
- Dir Qualität und Optik wichtiger sind als der günstigste Preis
- Du die Fasssauna als Wertsteigerung für deine Immobilie siehst
- Du in einer feuchten Region wohnst (Norddeutschland, Küste, Waldrandlage)
- Du möglichst wenig Pflege willst (Eiche braucht am wenigsten Aufmerksamkeit)
- Du Wert auf Nachhaltigkeit legst (europäisches Holz, lange Nutzung = wenig Ressourcenverbrauch)
❌ Eiche ist Overkill, wenn…
- Du ein begrenztes Budget hast → Fasssaunen bis 2.000€
- Die Sauna auf einer Mietfläche steht (Mitnahme beim Umzug schwer wegen Gewicht)
- Du die Sauna selber bauen willst (Eiche ist extrem schwer zu bearbeiten)
- Du unsicher bist, ob du langfristig saunierst (erstmal mit Fichte testen)
Häufige Fragen
Kann ich eine bestehende Fichten-Fasssauna mit Eichenholz nachrüsten?
Die Innenausstattung (Bänke, Rückenlehnen) lässt sich durchaus gegen Eiche tauschen. Den Außenmantel nachträglich zu ändern ist aber praktisch unmöglich — das wäre ein kompletter Neubau. Sinnvoller: Neue Eichen-Sauna kaufen und die alte verkaufen.
Brauche ich für eine Eichenholz-Fasssauna ein stärkeres Fundament?
Ja — das höhere Gewicht (500-700 kg vs. 300-400 kg bei Fichte) erfordert ein tragfähigeres Fundament. Betonplatten oder Schotterbett mit höherer Verdichtung. Bei weichem Boden: Streifenfundament oder Punktfundamente. Die Aufstellbalken müssen ebenfalls stabiler dimensioniert sein.
Verträgt Eichenholz die hohen Saunatemperaturen?
Ja, hervorragend. Eiche ist bis über 200°C thermisch stabil — Saunatemperaturen von 80-100°C sind kein Problem. Die Gerbsäure kann bei hoher Hitze + Feuchtigkeit allerdings leicht dunklere Verfärbungen verursachen (beschleunigter Patinaprozess). Das ist rein optisch und beeinträchtigt die Struktur nicht.
Eiche aus Deutschland oder aus Osteuropa — gibt es Qualitätsunterschiede?
Geringe. Europäische Eiche (Quercus robur und Q. petraea) wächst von Frankreich bis Russland. Die Qualität hängt mehr von der Trocknung und Verarbeitung ab als von der Herkunft. Slowakische oder polnische Eiche ist nicht schlechter als deutsche — oft sogar aus dem gleichen Bestand, nur günstiger (niedrigere Arbeitskosten).
Wie riecht Eichenholz in der Sauna?
Dezent würzig bis leicht vanillig — besonders in den ersten Wochen nach dem Aufbau. Nicht so intensiv wie Zedernholz oder Kiefernharz, aber angenehm und charakteristisch. Nach einigen Monaten lässt der Eigengeruch nach. Die meisten Saunagänger nutzen dann Aufguss-Öle für das Dufterlebnis.
Fazit: Das Beste — für alle, die es sich leisten können
Eichenholz ist die objektivbeste Wahl für eine Fasssauna, wenn Geld keine Rolle spielt. Maximale Haltbarkeit, natürliche Resistenz, edle Optik, minimale Pflege. Pro Jahr gerechnet sogar günstiger als Fichte.
Aber: Die meisten Fasssauna-Käufer fahren mit Thermoholz oder Lärche genauso gut — zu deutlich geringerem Anschaffungspreis und Gewicht. Eiche ist das „Buy it for life"-Holz. Wer bereit ist, einmal richtig zu investieren, wird mit einer Fasssauna belohnt, die Jahrzehnte hält.
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