Von Alexander Krüger 🔥 · 23. Februar 2026 · 17 Min. Lesezeit

Sauna & Herz-Kreislauf — Was die Wissenschaft sagt

Anatomische Darstellung eines Herzens mit Blutgefäßen vor Sauna-Holzhintergrund Die KIHD-Studie ist die größte Sauna-Studie der Welt — und ihre Ergebnisse für Herz-Kreislauf sind beeindruckend.
💡 Gut zu wissen: Regelmäßiges Saunieren ist eines der effektivsten natürlichen Mittel zur Herz-Kreislauf-Prävention. Die KIHD-Studie (20 Jahre, 2.315 Teilnehmer) zeigt: 4-7× pro Woche = 63% weniger plötzlicher Herztod, 50% weniger kardiovaskulärer Tod, 46% weniger Hypertonie. Sauna trainiert die Blutgefäße, senkt den Blutdruck und verbessert die Endothelfunktion — ähnlich wie moderater Ausdauersport.

Die Datenlage ist eindeutig: Sauna schützt das Herz. Und zwar nicht ein bisschen, sondern massiv — die Risikoreduktionen in der KIHD-Studie sind vergleichbar mit regelmäßigem Sport oder Statinen. Das ist keine Wellness-Marketing-Behauptung, sondern das Ergebnis der längsten und größten Sauna-Studie der Welt1.

In diesem Artikel erkläre ich die Mechanismen, die Studienergebnisse und die praktischen Fragen: Darf man mit Bluthochdruck saunieren? Nach Herzinfarkt? Und welche Sauna-Art ist am besten fürs Herz?

Wie Sauna das Herz trainiert

Ein Saunagang ist ein kontrolliertes kardiovaskuläres Training — vergleichbar mit moderatem Radfahren (100-150 Watt). Das passiert:

ParameterRuheIn der Sauna (80-100°C)Veränderung
Herzfrequenz60-80 bpm100-150 bpm+60-100%
Herzzeitvolumen5 L/Min.8-10 L/Min.+60-100%
Blutdruck (systolisch)120 mmHg130-140 mmHg (kurz) → 110-115 mmHg (nach)Akut ↑, danach ↓
Peripherer WiderstandNormalDeutlich gesenkt-40-50%
Hautdurchblutung250 mL/Min.3.000-6.000 mL/Min.+1.000-2.300%

Kurzfristige Effekte (während und direkt nach der Sauna)

Langfristige Effekte (bei regelmäßigem Saunieren)

Die KIHD-Studie: Zahlen und Fakten

Die Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study (KIHD) ist die Goldstandard-Studie der Sauna-Forschung1:

Ergebnisse nach Sauna-Frequenz

Endpunkt2-3×/Wo. (vs. 1×)4-7×/Wo. (vs. 1×)
Plötzlicher Herztod-22%-63%
Kardiovaskulärer Tod-27%-50%
Koronare Herzkrankheit-23%-48%
Gesamtmortalität-24%-40%
Hypertonie-Risiko-24%-46%
Demenz-20%-66%
Schlaganfall-14%-61%

Diese Zahlen sind adjustiert für Alter, BMI, Rauchen, Alkohol, Sport, Blutdruck und andere Risikofaktoren — der Sauna-Effekt ist also unabhängig von diesen Variablen.

Einordnung: Eine Risikoreduktion von 63% für plötzlichen Herztod ist enorm — vergleichbar mit den besten medikamentösen Therapien. Und das bei einer Maßnahme, die kostenlos ist (nach Anschaffung), keine Nebenwirkungen hat (bei gesunden Menschen) und sich gut anfühlt.

Ergebnisse nach Session-Dauer

Die KIHD-Studie fand auch: Längere Sessions sind besser. Wer >19 Minuten pro Saunagang blieb, hatte ein 52% niedrigeres Risiko für plötzlichen Herztod als jemand mit <11 Minuten. Die Kombination aus hoher Frequenz (4-7×/Woche) und langer Dauer (>19 Min./Gang) zeigte die stärksten Effekte.

Sauna und Blutdruck

Akuter Effekt

Während des Saunagangs steigt der systolische Blutdruck kurzfristig leicht an (durch die erhöhte Herzfrequenz). Sofort nach dem Saunagang fällt er deutlich ab — um 7-10 mmHg systolisch und 3-5 mmHg diastolisch. Dieser Effekt hält 30-60 Minuten an.

Langfristiger Effekt

Regelmäßiges Saunieren senkt den Ruhe-Blutdruck dauerhaft2:

Zum Vergleich: Lebensstilmaßnahmen wie Salzreduktion senken den Blutdruck um 2-5 mmHg, regelmäßiger Sport um 5-8 mmHg. Sauna liegt in derselben Größenordnung — und lässt sich mit beiden kombinieren.

Sauna bei Bluthochdruck

Sauna ist bei gut eingestelltem Bluthochdruck nicht nur erlaubt, sondern empfehlenswert. Die Deutsche Hochdruckliga bestätigt: Regelmäßiges Saunieren senkt den Blutdruck und ist für Hypertoniker sicher — wenn:

Sauna und Blutgefäße

Die Blutgefäße profitieren massiv vom Saunieren — der Mechanismus ist ähnlich wie bei Ausdauersport:

Risiken und Kontraindikationen

❌ NICHT in die Sauna bei:
  • Instabile Angina pectoris (Brustschmerzen in Ruhe oder bei geringer Belastung)
  • Akuter Herzinfarkt (erst nach Reha + ärztlicher Freigabe)
  • Schwere Herzinsuffizienz (NYHA III-IV)
  • Unkontrollierter Bluthochdruck (>180/120 mmHg)
  • Schwere Herzrhythmusstörungen
  • Akute Myokarditis (Herzmuskelentzündung)
  • Aortenstenose (kritisch)

Wichtig: Die meisten kardiovaskulären Risiken betreffen den plötzlichen Wechsel zwischen extrem heiß und extrem kalt. Das Kalt-Tauchbecken ist der riskanteste Moment für Herz-Patienten — der plötzliche Kältereiz löst eine massive Vasokonstriktion aus (Blutdruck schießt hoch). Für Herz-Patienten: Lauwarme Dusche statt Tauchbecken.

Sauna nach Herzinfarkt

Nach einem Herzinfarkt ist Sauna nicht automatisch verboten — im Gegenteil: Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt moderates Saunieren als Teil der Langzeit-Rehabilitation. Aber unter Bedingungen:

  1. Reha abgeschlossen: Mindestens 3-6 Monate nach dem Infarkt, Reha komplett
  2. Ärztliche Freigabe: Belastungs-EKG ohne Auffälligkeiten
  3. Milde Temperaturen: Bio-Sauna (50-65°C) oder Infrarotsauna (40-60°C) statt 100°C finnisch
  4. Kurze Gänge: 8-10 Minuten, maximal 2 Gänge
  5. Kein Kalt-Tauchbecken: Nur lauwarme Dusche zur Abkühlung
  6. Langsam aufstehen: Orthostatische Hypotonie vermeiden
  7. Nie allein: Immer mit Begleitung saunieren

Welche Sauna fürs Herz?

Sauna-TypHerz-Kreislauf-TrainingStudienlageFür wen?
Finnische Sauna (80-100°C)★★★★★★★★★★ (KIHD)Gesunde Erwachsene ★
Infrarotsauna (40-60°C)★★★★★★Herz-Patienten, Anfänger
Dampfbad (40-50°C)★★★★★★Alle (milde + feucht)
Bio-Sauna (50-65°C)★★★★★★Herz-Patienten, Senioren ★

Empfehlung: Für maximale Herz-Kreislauf-Wirkung: Finnische Sauna (80-100°C, 2-3 Gänge à 12-15 Min., 4-7×/Woche). Für Herz-Patienten oder Anfänger: Bio-Sauna oder Infrarot (mildere Belastung, trotzdem kardiovaskulärer Trainingseffekt).

Praktische Empfehlungen

🎯 Für gesunde Erwachsene:
  • 2-4× pro Woche finnische Sauna (80-100°C)
  • 2-3 Gänge à 10-15 Minuten pro Session
  • Kaltwasser-Abkühlung zwischen den Gängen (trainiert Gefäße)
  • 0,5L Wasser pro Saunagang trinken
🎯 Für Herz-Patienten (nach ärztlicher Freigabe):
  • 1-2× pro Woche Bio-Sauna (50-65°C) oder Infrarot
  • 1-2 kurze Gänge à 8-10 Minuten
  • Lauwarme Dusche statt Kalt-Tauchbecken
  • Langsam aufstehen, nie allein saunieren
  • Medikamente wie verordnet nehmen

Zuletzt geprüft am: 23. Februar 2026

Häufige Fragen

Ist Sauna gut fürs Herz?

Ja — 63% weniger plötzlicher Herztod bei 4-7×/Woche (KIHD-Studie). Sauna trainiert Blutgefäße, senkt Blutdruck, verbessert Endothelfunktion. → KIHD-Ergebnisse

Senkt Sauna den Blutdruck?

Ja — akut um 7-10 mmHg, langfristig um 4-7 mmHg bei regelmäßiger Nutzung. 46% weniger Hypertonie bei 4-7×/Woche. → Blutdruck-Details

Darf man mit Bluthochdruck saunieren?

Ja — bei gut eingestelltem Blutdruck sogar empfohlen. Kein Kalt-Tauchbecken, langsam aufstehen, ausreichend trinken. → Empfehlungen

Sauna nach Herzinfarkt?

Ja — nach abgeschlossener Reha und ärztlicher Freigabe. Milde Temperaturen (50-65°C), kurze Gänge, kein Kalt-Tauchbecken, nie allein. → Anleitung

Welche Sauna ist am besten fürs Herz?

Finnische Sauna (80-100°C) hat die beste Studienlage. Bio-Sauna oder Infrarot für Herz-Patienten und Anfänger. → Sauna-Typ Vergleich

Alexander Krüger
Alexander Krüger — Sauna-Enthusiast und Gründer von SaunaMagie. Die KIHD-Studie hat mich überzeugt: Regelmäßiges Saunieren ist eine der besten Investitionen in die eigene Gesundheit. 🔥

Quellen & Methodik

  1. Laukkanen, T. et al.: „Association Between Sauna Bathing and Fatal Cardiovascular and All-Cause Mortality Events", JAMA Internal Medicine, 2015 (jamanetwork.com)
  2. Zaccardi, F. et al.: „Sauna Bathing and Incident Hypertension: A Prospective Cohort Study", American Journal of Hypertension, 2017
  3. Imamura, M. et al.: „Repeated thermal therapy improves impaired vascular endothelial function in patients with coronary risk factors", European Heart Journal, 2001
  4. Deutsche Herzstiftung: „Sauna und Herz — Was Herzpatienten wissen sollten" (herzstiftung.de)