Gartensauna Fundament — Schotter, Beton oder Punktfundament?
Das Fundament ist unsichtbar — aber entscheidend für Langlebigkeit und Stabilität der Sauna.
Das Fundament ist der langweiligste und gleichzeitig wichtigste Teil eines Gartensauna-Projekts. Wer hier spart oder schludert, bezahlt später mit schiefer Sauna, faulendem Holz und im schlimmsten Fall einem Neukauf nach 5 Jahren statt 20. Die gute Nachricht: Für die meisten Gartensaunen reicht ein Schotterbett — 2-3 Stunden Arbeit, 200-300€ Material, Ergebnis hält Jahrzehnte.
Warum braucht eine Gartensauna ein Fundament?
In meiner Erfahrung ist das Fundament der häufigste Punkt, an dem beim Gartensauna-Projekt gespart wird — und gleichzeitig der teuerste Fehler. Eine 4.000€-Fasssauna auf nacktem Rasen aufzustellen ist wie ein Auto ohne Ölwechsel fahren: Es funktioniert eine Weile, aber die Rechnung kommt garantiert.
- Tragfähigkeit: Eine Gartensauna wiegt 500-2.000 kg (leer). Dazu kommen 200-400 kg für Saunasteine, Ofen, Wasser und Personen. Das sind bis zu 2.500 kg Gesamtlast — konzentriert auf wenige Quadratmeter. Ohne Fundament sinkt die Sauna in weichen Böden ein, besonders nach Regen
- Ebenheit: Schiefe Unterlage = schiefe Sauna = Türen klemmen, Wände verziehen sich, Glasscheiben können brechen. Eine Abweichung von mehr als 10 mm auf 2 Meter Länge verursacht bereits sichtbare Probleme
- Feuchtigkeitsschutz: Holz auf nasser Erde = Fäulnis in 2-3 Jahren. Selbst kesseldruckimprägniertes Holz (KDI) fault irgendwann, wenn es dauerhaft im Nassen steht. Das Fundament schafft mindestens 5 cm Abstand zwischen Holz und Boden — Luft kann zirkulieren, Feuchtigkeit verdampft
- Drainage: Regenwasser und Schmelzwasser müssen unter und neben der Sauna ablaufen können. Staunässe unter der Sauna ist der Killer Nummer eins für Holzfundamente. Ein Schotterbett wirkt gleichzeitig als Drainage — Wasser versickert durch den Schotter statt sich zu stauen
- Frostschutz: Im Winter hebt Frost den Boden an (Frosthebung) — bei lehmigen Böden bis zu 5-10 cm. Die Sauna hebt und senkt sich ungleichmäßig → Risse, Verzug, undichte Stellen. Ein frostsicheres Fundament (Gründungstiefe 60-80 cm) verhindert das
Fundament-Typen im Vergleich
| Typ | Kosten (DIY) | Kosten (Profi) | Tragfähigkeit | Aufwand | Für wen? |
|---|---|---|---|---|---|
| Schotterbett | 200-500€ | 500-1.000€ | Bis 1.000 kg ★ | 2-4 Stunden | Fasssauna, leichte Saunen ★ |
| Punktfundament | 300-600€ | 600-1.200€ | Bis 2.000 kg | 4-8 Stunden | Elementhäuser, mittlere Saunen |
| Streifenfundament | 400-800€ | 800-1.500€ | Bis 3.000 kg | 1-2 Tage | Schwere Saunen, mit Vorraum |
| Betonplatte | 600-1.200€ | 1.200-2.500€ | Unbegrenzt ★ | 2-3 Tage + Aushärten | Blockbohlenhäuser, Premium ★ |
| Schraubfundament | 400-900€ | 800-1.500€ | Bis 2.000 kg | 2-4 Stunden | Schwierige Böden, schnelle Lösung |
In der Praxis zeigt sich: Die meisten Gartensaunen-Besitzer sind mit einem Schotterbett oder Punktfundament bestens bedient. Die Betonplatte ist nur nötig, wenn die Sauna wirklich schwer ist (>1.500 kg) oder wenn der Boden extrem problematisch ist (Lehm, Moor, starkes Gefälle). Das spart Geld und Arbeit, ohne Kompromisse bei der Stabilität einzugehen.
Schotterbett — DIY-Anleitung
Das Schotterbett ist die einfachste und günstigste Fundamentlösung — ideal für Fasssaunen und leichte Gartensaunen bis 1.000 kg. Es vereint Tragfähigkeit, Drainage und Frostschutz in einer einzigen Schicht und ist das mit Abstand beste Preis-Leistungs-Verhältnis unter allen Fundamenttypen.
Das Prinzip: Eine 20-25 cm tiefe Grube wird mit verdichtetem Schotter gefüllt. Der Schotter verteilt das Gewicht gleichmäßig, lässt Wasser durchsickern (natürliche Drainage) und ist durch die Verdichtung so stabil, dass selbst eine 800 kg schwere Fasssauna jahrzehntelang eben steht. In Finnland — wo man sich mit Saunen auskennt — ist das Schotterbett der Standard für private Gartensaunen1.
Material (für 3×2 Meter Fläche)
- Schotter 0/32: 1,5-2 Tonnen (~80-120€)
- Splitt 2/8: 0,5 Tonnen (~40-60€) — für die Oberfläche
- Unkrautvlies: 6 m² (~15-20€)
- Randsteine oder Rasenkanten: Optional (~30-50€)
- Werkzeug: Spaten, Schubkarre, Wasserwaage, Rüttelplatte (leihen: 30-50€/Tag)
Schritt für Schritt
- Fläche abstecken: 30-50 cm größer als die Sauna-Grundfläche (alle Seiten)
- Ausheben: 20-25 cm tief, Boden begradigen
- Unkrautvlies: Auslegen, 10 cm Überlappung an den Rändern
- Schotter einfüllen: 15-20 cm Schotter 0/32, lagenweise (2-3 Lagen à 5-7 cm)
- Verdichten: Jede Lage mit Rüttelplatte verdichten (2-3 Durchgänge)
- Oberfläche: 3-5 cm Splitt 2/8 als ebene Deckschicht
- Nivellieren: Mit Wasserwaage und Richtlatte prüfen — max. 5 mm Abweichung auf 2 Meter!
Zeitaufwand: 2-4 Stunden (mit Rüttelplatte). Kosten: 200-300€ Material + 30-50€ Rüttelplatte-Miete.
Typische Fehler beim Schotterbett
- Nicht verdichtet: Ohne Rüttelplatte bleibt der Schotter locker und setzt sich unter Last nach — die Sauna sinkt ein. Rüttelplatte leihen (30-50€/Tag im Baumarkt) und jede Lage 2-3× verdichten
- Zu dünn: 10 cm Schotter sind zu wenig — Unkraut wächst durch, Drainage funktioniert nicht. Mindestens 15 cm, besser 20 cm
- Falscher Schotter: Rundkies (Flusskiesel) verdichtet nicht — die Steine rollen übereinander. Nur gebrochenen Schotter (0/32 oder 0/45) verwenden — die kantigen Steine verzahnen sich
- Kein Unkrautvlies: Ohne Vlies wachsen innerhalb eines Jahres Gräser und Kräuter durch den Schotter — sieht ungepflegt aus und hebt die Schotterschicht an
- Zu kleine Fläche: Das Schotterbett muss 30-50 cm breiter sein als die Sauna (jede Seite). Ansonsten erodiert der Rand und die Sauna-Kante steht in der Luft
Empfohlene Produkte:
- Unkrautvlies 150g/m² (reißfest)* — 15-25€ für 10 m²
- Rasenkante Metall (verzinkt)* — saubere Abgrenzung zum Rasen, 20-40€
Punktfundament
Beim Punktfundament werden 6-9 einzelne Betonfundamente (40×40×80 cm) an den Auflagepunkten der Sauna gegossen. Darauf liegen Tragbalken (KVH oder KDI-Holz), auf denen die Sauna steht. Es ist die goldene Mitte zwischen dem einfachen Schotterbett und der aufwändigen Betonplatte — stabiler als Schotter, weniger Aufwand als eine komplette Platte, und durch die Tiefe von 60-80 cm frostsicher.
Ideal für: Elementhäuser, mittelschwere Saunen (800-2.000 kg), unebenes Gelände. Der große Vorteil bei unebenem Gelände: Jedes Punktfundament kann unterschiedlich hoch gegossen werden — so gleicht man Höhenunterschiede von bis zu 30 cm problemlos aus, ohne den halben Garten umzugraben.
Anleitung Punktfundament
- Positionen markieren: 6-9 Punkte im Raster (Ecken + Mitte jeder Seite + ggf. Mitte)
- Löcher graben: 40×40 cm, 60-80 cm tief (frostsicher)
- Kiesschicht: 10 cm Kies als Drainage am Boden jedes Lochs
- Schalung: Rohrschalung (Pappröhre Ø 20-30 cm) oder Holzschalung
- Beton einfüllen: C25/30 Fertigbeton, mit Stab verdichten (Luftblasen entfernen)
- Nivellieren: Alle Fundamentköpfe auf gleiche Höhe bringen (Wasserwaage + Schnur)
- Aushärten: 3-7 Tage warten, feucht halten
- Balken auflegen: KVH oder KDI-Balken (10×10 oder 12×12 cm) mit Winkelverbindern befestigen
Kosten: 300-600€ (DIY) — 8 Punktfundamente à 1 Sack Beton (5€) + KVH-Balken (100-150€) + Schalungsrohre (30-50€) + Werkzeug. Zeitaufwand: 4-8 Stunden (ohne Aushärtezeit).
Betonplatte
Die Betonplatte ist die stabilste und langlebigste Lösung — eine durchgehende Betonfläche (10-15 cm dick) mit Bewehrung (Baustahlmatte Q188 oder Q257). Sie trägt jedes Gewicht, ist absolut eben und hält Jahrzehnte ohne Wartung. Für schwere Blockbohlenhäuser ab 1.500 kg ist sie die sicherste Wahl.
Der Nachteil: Eine Betonplatte ist aufwändiger (2-3 Tage Arbeit + 3-4 Wochen Aushärtezeit für volle Tragfähigkeit), teurer und kaum reversibel. Wenn du die Sauna irgendwann versetzen oder entfernen willst, bleibt die Platte als Relikt im Garten. Für eine permanente Installation ist das kein Problem — für flexible Gartengestaltung schon.
Ideal für: Schwere Blockbohlenhäuser (>1.500 kg), Saunen mit Vorraum (große Grundfläche über 10 m²), lehmige Böden (kein Versickern möglich), Dauerlösungen auf Jahrzehnte.
Aufbau der Betonplatte
- Aushub: 35-40 cm tief (15-20 cm Kies + 10-15 cm Beton + 5 cm über Bodenniveau)
- Kies-Unterbau: 15-20 cm Kies 0/32, lagenweise verdichtet
- PE-Folie: Als Dampfsperre zwischen Kies und Beton
- Schalung: Holzbretter als Rand (Höhe = Betondicke)
- Bewehrung: Baustahlmatte auf Abstandshaltern (5 cm über Kies)
- Beton einfüllen: C25/30, mit Flaschenrüttler verdichten, Oberfläche abziehen
- Aushärten: 3-7 Tage feucht halten (Folie/Besprühen), nach 28 Tagen voll belastbar
Kosten: 600-1.200€ (DIY) — Beton (200-400€), Bewehrung (50-100€), Schalung (30-60€), Kies-Unterbau (80-120€), PE-Folie (15-20€), Rüttelplatte + Werkzeug. Zeitaufwand: 2-3 Tage (ohne Aushärtezeit).
Schraubfundament — Die schnelle Alternative
Schraubfundamente (auch Erdschrauben oder Bodenhülsen) sind verzinkte Stahlschrauben, die per Maschine oder Adapter in den Boden gedreht werden — ohne Graben, ohne Beton, ohne Aushärtezeit. In 2-4 Stunden steht das Fundament. Besonders beliebt bei Fasssaunen und leichten Elementhäusern.
Vorteile: Schnell (halber Tag), sauber (kein Aushub, kein Beton), reversibel (rausdrehen und Rasen ist wieder intakt), frostsicher (Eindrehtiefe 60-100 cm). Nachteile: Teurer als Schotter, braucht spezielles Eindreh-Werkzeug (leihen oder Profi beauftragen), funktioniert nicht bei felsigem Boden.
Kosten: 400-900€ (6-9 Schrauben à 30-60€ + Adapter + ggf. Eindreh-Service 200-400€).
Welches Fundament für welche Sauna?
| Sauna-Typ | Gewicht | Empfohlenes Fundament | Kosten (DIY) |
|---|---|---|---|
| Fasssauna (2-4 Pers.) | 400-800 kg | Schotterbett ★ | 200-400€ |
| Fasssauna (6 Pers., mit Vorraum) | 800-1.200 kg | Schotterbett oder Punkt | 300-600€ |
| Elementhaus (4-6 Pers.) | 800-1.500 kg | Punktfundament ★ | 400-600€ |
| Blockbohlenhaus (4-6 Pers.) | 1.500-2.500 kg | Betonplatte ★ | 600-1.200€ |
| Saunahaus mit Vorraum (groß) | 2.000-3.000 kg | Betonplatte | 800-1.500€ |
Die 5 häufigsten Fundament-Fehler
In Sauna-Foren und Facebook-Gruppen sehe ich immer wieder dieselben Fehler — die alle vermeidbar sind:
- „Rasen ist fest genug": Nein. Rasen wird nach Regen weich, im Winter hebt Frost den Boden an. Ergebnis: Schiefe Sauna nach 6-12 Monaten. Lösung: Mindestens Schotterbett
- Fundament zu klein: Das Fundament muss 30-50 cm über die Sauna-Grundfläche hinausragen (jede Seite). Sonst erodiert der Rand, Regenwasser fließt unter die Sauna, und die Kanten hängen in der Luft. Bei einer 2×3 m Sauna: Fundament mindestens 2,6×3,6 m
- Kein Gefälle eingeplant: Das Fundament sollte ein minimales Gefälle von 1-2% vom Haus weg haben — damit Regenwasser abfließt und sich nicht unter der Sauna staut. Bei 3 Metern Tiefe: 3-6 cm Höhenunterschied
- Leitungen nicht geprüft: Vor dem Graben IMMER beim Versorger nachfragen, ob Gas-, Wasser-, Strom- oder Telekom-Leitungen im Boden liegen. Ein durchtrennte Gasleitung kostet nicht 500€ — sie kostet Menschenleben
- Beton nicht ausgehärtet: Beton erreicht nach 7 Tagen ~70% und nach 28 Tagen 100% seiner Endfestigkeit. Wer die 2-Tonnen-Sauna nach 2 Tagen auf frischen Beton stellt, riskiert Risse und Setzungen. Mindestens 7 Tage warten, besser 14
Zuletzt geprüft am: 23. Februar 2026
Häufige Fragen
Welches Fundament für eine Gartensauna?
Die Wahl hängt vom Gewicht der Sauna ab: Fasssaunen bis 1.000 kg brauchen ein Schotterbett (200-400€ DIY). Elementhäuser bis 2.000 kg ein Punktfundament (400-600€). Schwere Blockbohlenhäuser über 1.500 kg eine Betonplatte (600-1.200€). Bei lehmigem Boden oder starkem Gefälle lieber eine Stufe stabiler wählen. → Detaillierte Empfehlungen
Kann man eine Gartensauna ohne Fundament aufstellen?
Technisch ja, praktisch nein — und jeder erfahrene Saunabauer wird davon abraten. Ohne Fundament sinkt die Sauna nach dem ersten Regen ein, wird schief (Türen klemmen, Wände verziehen), und das Holz fault von unten durch Staunässe. Auch eine leichte 400-kg-Fasssauna braucht mindestens ein Schotterbett — das kostet 200€ Material und 3 Stunden Arbeit. → Warum Fundament Pflicht ist
Kann ich das Fundament selbst machen?
Schotterbett und Punktfundament sind klassische DIY-Projekte, die jeder handwerklich Begabte an einem Wochenende schafft. Für das Schotterbett braucht man Spaten, Schubkarre und eine geliehene Rüttelplatte (30-50€/Tag). Das Punktfundament erfordert zusätzlich Beton anmischen und Schalung bauen. Die Betonplatte ist anspruchsvoller — wer noch nie mit Beton gearbeitet hat, sollte einen Profi hinzuziehen (Aufpreis ~500-800€). → DIY-Anleitung Schotterbett
Wie tief muss das Fundament sein?
Schotterbett: 20-25 cm Aushub. Punktfundament: 60-80 cm tief (frostsicher, wichtig in Deutschland). Betonplatte: 35-40 cm Aushub (15-20 cm Kies + 10-15 cm Beton). Die Frosttiefe variiert in Deutschland zwischen 60 cm (Norddeutschland) und 100 cm (Alpenvorland) — wer ein Punktfundament baut, sollte die lokale Frosttiefe beim Bauamt erfragen.
Wie lange dauert der Fundamentbau?
Schotterbett: 2-4 Stunden (sofort nutzbar). Punktfundament: 4-8 Stunden Arbeit + 7 Tage Aushärtezeit. Betonplatte: 2-3 Tage Arbeit + 7-28 Tage Aushärtezeit. Tipp: Das Fundament 2-4 Wochen vor der Sauna-Lieferung bauen, damit alles in Ruhe aushärten und sich setzen kann. → Häufige Fehler vermeiden