Fasssauna Elektroofen anschließen — Von der Steckdose bis zum Starkstrom

Elektriker installiert Kabel für Saunaofen an einer Fasssauna

Der Elektroofen ist bestellt, die Fasssauna steht — jetzt fehlt nur noch der Stromanschluss. Und hier wird's ernst: Strom in der Fasssauna ist kein DIY-Projekt. Wasser (Aufgüsse, Schweiß), hohe Temperaturen (bis 100°C) und Starkstrom (400V) sind eine gefährliche Kombination. Eigenanschluss = Versicherungsverlust + Bußgeld + Lebensgefahr.

Aber: Du kannst vorbereiten, mitdenken und Kosten senken. Hier der komplette Guide: Was der Elektriker braucht, was du selbst vorbereiten kannst, und wie du den Anschluss günstig hältst.

230V vs. 400V — Welchen Anschluss brauchst du?

Kriterium 230V (Haushaltsstrom) 400V (Drehstrom)
Ofenleistung Bis 6 kW (max. 3,6 kW an 16A-Sicherung) 6-10,5 kW
Fasssauna-Größe 2-3 Personen 4-8 Personen
Kabel NYM-J 3×2,5 mm² NYM-J 5×2,5 mm² (bis 25m)
Absicherung 16A LS + 30mA FI 3×16A oder 3×20A LS + 30mA FI
Steckverbindung Schuko (IP44 Außensteckdose) CEE 16A/32A (rot, 5-polig)
Installationskosten 150-400€ 400-1.200€
Komplexität Einfach (wie Gartenhaus-Anschluss) Aufwändig (Starkstrom, Erdarbeiten)

💡 Gut zu wissen

Zukunftssicher planen: Lege gleich 400V. Auch wenn du jetzt einen 6-kW-Ofen an 230V betreibst — wenn du später auf 8 kW oder 9 kW upgradest, brauchst du 400V. Einmal ein 5×2,5-mm²-Kabel verlegen kostet 50-100€ mehr als ein 3×2,5 — aber spart dir eine zweite Erdgrabung für 300-500€.1

Technische Anforderungen im Detail

Kabelquerschnitt nach Entfernung

Entfernung 230V (bis 3,6 kW) 400V (bis 9 kW) 400V (bis 10,5 kW)
Bis 15m 3×2,5 mm² 5×2,5 mm² 5×2,5 mm²
15-25m 3×2,5 mm² 5×2,5 mm² 5×4 mm²
25-40m 3×4 mm² 5×4 mm² 5×6 mm²

Erdkabel: So kommt der Strom zur Fasssauna

FI-Schutzschalter (RCD) — Pflicht!

Ein 30-mA-Fehlerstromschutzschalter ist bei Außeninstallationen gesetzlich vorgeschrieben. Er schützt vor Stromschlag bei Kabelbeschädigung, Feuchtigkeit oder Isolationsfehlern. Bei Fasssaunen besonders wichtig: Wasser + Strom + nackte Haut = maximales Risiko.

Ablauf der Installation

Was du SELBST vorbereiten kannst (Kosten sparen!)

  1. Kabelgraben ausheben: 60 cm tief, 30 cm breit, vom Haus zur Fasssauna. Spart dem Elektriker 1-3 Stunden (= 100-300€). Achtung: Vorher prüfen ob andere Leitungen (Gas, Wasser, Telekom) kreuzen!
  2. Leerrohr verlegen: Flexibles KG-Rohr (Ø 50 mm) in den Graben legen. Erdkabel wird durchgezogen.
  3. Sandbett im Graben: 10 cm Sand unter und über dem Rohr als Schutz vor spitzen Steinen.

Was der ELEKTRIKER macht

  1. Sicherungskasten prüfen (genug Kapazität?)
  2. Eigenen Stromkreis für die Sauna einrichten (LS + FI)
  3. Erdkabel durch das Leerrohr ziehen
  4. CEE-Dose oder Anschlusskasten an der Fasssauna montieren
  5. Ofen anschließen (nach Herstelleranleitung)
  6. Isolationsmessung und Funktionsprüfung
  7. Prüfprotokoll ausstellen (für Versicherung aufbewahren!)

Kosten sparen — 5 Tipps

  1. Graben selbst ausheben: 100-300€ Ersparnis. Ein halber Tag Arbeit mit Spaten.
  2. Kurze Entfernung wählen: Fasssauna nah am Haus aufstellen. Jeder Meter Erdkabel kostet 5-15€ + Grabungsaufwand.
  3. Elektriker-Angebote vergleichen: 3 Angebote einholen. Stundensätze variieren stark (50-90€/h je nach Region).
  4. 230V statt 400V: Wenn eine kleine Fasssauna reicht (6 kW auf 230V), spart das 200-500€ bei der Installation.
  5. Zeitpunkt: Elektriker im Winter buchen (weniger Auslastung als im Frühling/Sommer) — teils 10-20% günstiger.

Die 5 häufigsten Fehler

  1. Verlängerungskabel statt fester Installation: LEBENSGEFAHR. Ein Verlängerungskabel ist nicht für 3.000-9.000 Watt Dauerlast ausgelegt. Brandgefahr und kein FI-Schutz.
  2. Kein eigener Stromkreis: Der Saunaofen muss einen eigenen Stromkreis mit eigener Sicherung haben — nicht an den Gartensteckdosen mitlaufen.
  3. Falscher Kabelquerschnitt: Zu dünne Kabel = Überhitzung = Brandgefahr. Immer den Querschnitt nach Ofenleistung UND Entfernung berechnen (siehe Tabelle oben).
  4. Kein Prüfprotokoll: Der Elektriker muss ein Prüfprotokoll ausstellen. Ohne Protokoll: Versicherung zahlt nicht bei Elektrobrand.
  5. Erdkabel nicht tief genug: Unter 60 cm liegt das Kabel im Frostbereich und kann durch Gartenarbeiten (Spatenstich) beschädigt werden.

⚠️ Warnung

Elektroanschluss ist KEINE Eigenleistung. In Deutschland dürfen nur zugelassene Elektrofachkräfte (Meisterbetrieb oder gleichwertig) feste Elektroanschlüsse installieren. Eigenanschluss: Bußgeld bis 50.000€ (EnWG §49), Versicherungsverlust bei Schäden, Haftung bei Personenschäden. Es gibt keine Ausnahme — auch nicht „ich hab das schon hundertmal gemacht".2


Häufige Fragen zum Elektroanschluss

Wie lange dauert die Installation?

230V-Anschluss: 2-4 Stunden (ohne Grabung). 400V-Anschluss: 4-8 Stunden (ohne Grabung). Grabung (falls du sie nicht selbst machst): 2-4 Stunden zusätzlich. Insgesamt: Ein halber bis ganzer Arbeitstag.

Reicht mein Hausanschluss für einen Saunaofen?

Fast immer ja. Ein typischer Hausanschluss (3×35A oder 3×50A) liefert 24-35 kW. Ein 9-kW-Saunaofen braucht ~13A pro Phase — das lässt genug Reserve für den normalen Haushalt. Problematisch wird es nur bei sehr alten Häusern mit 3×25A-Anschluss — dann Netzbetreiber fragen.

Kann ich eine vorhandene Gartensteckdose nutzen?

Für einen 230V-Ofen bis 3,6 kW: theoretisch ja, wenn die Dose auf einem eigenen 16A-Stromkreis liegt und ein FI vorhanden ist. Für 400V oder >3,6 kW: nein, eigener Anschluss nötig. In jedem Fall: Elektriker prüfen lassen ob die bestehende Leitung ausreicht.

Was passiert bei Gewitter?

Nicht saunieren bei Gewitter — auch nicht mit Elektroofen. Blitzschlag kann über die Stromleitung in den Ofen und den Saunaraum gelangen. Überspannungsschutz (Typ 2) im Sicherungskasten ist empfehlenswert (50-150€, schützt auch andere Gartengeräte).


Über den Autor

Alexander Krüger 🔥 testet seit 2024 Fasssaunen und Gartensaunen. Sein Fokus liegt auf ehrlichen Langzeittests und praxisnahen Ratgebern für Sauna-Einsteiger und Fortgeschrittene.

Quellen

  1. VDE (Verband der Elektrotechnik): „Errichten von Niederspannungsanlagen — Anforderungen an Außeninstallationen", DIN VDE 0100-737, 2024.
  2. Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) §49: „Anforderungen an Energieanlagen".